Kinderhaus Wetterau feiert sein 25-jähriges Bestehen

Friedberg (vpf). Im Jahr 1989 wurde im Industriegebiet in der Raiffeisenstraße der Grundstein für das Kinderhaus Wetterau gelegt. Der Anspruch der Elterninitiative: Kinder individuell fördern und eine Erziehungspartnerschaft zwischen Erziehern und Familien schaffen, damit die Betreuung Hand in Hand vonstatten geht. »Nach den vielen nicht immer einfachen Jahren der Selbstorganisation liegt die Verwaltung des Kinderhauses auch heute noch in den Händen der ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins«, erklärt Vorstandsmitglied Florian von Bothmer. Am Samstag wurde das 25-jährige Bestehen gebührend gefeiert. Es gab ein Kinderprogramm, viele Köstlichkeiten und Latin-Musik der Friedberger Musikgruppe Makia. Ein paar Kinder rasen auf Bobby-Cars und Treckern um die Tische, wo andere Kinder mit Eltern und Erziehern bunte Bommel basteln. Auf rund 200 Quadratmetern gibt es im Kinderhaus Platz für zwei Gruppen – die Mäuse und die Schatzkiste. »Wegen der großen Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren haben wir im Frühjahr 2008 eine zusätzliche Krippengruppe eröffnet. Dort werden derzeit zehn Knirpse in einem Alter ab sechs Monaten betreut«, erzählt von Bothmer. In der altersgemischten Familiengruppe finden 25 Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren Platz. Zwei Dinge sind laut Erzieherin Julie Behnel besonders wichtig im Kinderhaus: »Erstens die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Wir wollen, dass die Familien mitmachen. Und zweitens haben die Kinder ein Mitspracherecht.« Einmal in der Woche gibt es eine Kinderkonferenz, bei der die Kleinen sagen können, was sie in den kommenden Tagen machen wollen. »Das entscheiden nicht wir, sondern die Kinder. Auch schon in der Krippe wird im Morgenkreis gefragt, wozu die Kinder Lust haben«, sagt Behnel. In einer Kindersprechstunde könnten die Kleinen erzählen, was ihnen gefallen hat, was sie ärgert oder stört. »Dieses Mitbestimmungsrecht tut den Kindern richtig gut.« Wenn die Kinderkonferenz tagt Am Anfang müssten sich die Kinder daran gewöhnen, aber mit der Zeit würden sie immer ungezwungener und bewegten sich freier: »Bei uns heißt es nicht ›schnell, schnell‹, wir lassen jedem Kind seinen Raum.« In der vergangenen Woche wurde das Thema »Kreise« behandelt, »deshalb hängen hier zur Dekoration auch die selbst gebastelten Kugelfische, Ballons und Bommel.« Damit die Kinder schon von klein auf ein Gefühl für fremde Sprachen bekommen, kommt regelmäßig Luce Martel ins Kinderhaus, um mit ihnen spielerisch Französisch zu lernen. »Wir machen aber keinen Unterricht, sondern singen französische Lieder, tanzen dazu und sprechen hier und da ein paar erste Sätze«, erklärt die Muttersprachlerin. »Wir wollen den Kindern so ermöglichen, dass sie sich schon in jungen Jahren an die Produktion der nasalen Laute gewöhnen und die Hemmungen gegenüber der fremden Sprache abbauen.« Wenn sie keine Lust haben, müssen die Knirpse nicht mitmachen, das komme aber selten vor, sagt Martel. Auch eine ausgewogene Ernährung ist dem Team des Kinderhauses wichtig, daher arbeitet dort eine Köchin, die jeden Tag mit frischen Zutaten für die Kinder kocht.

Aus der Wetterauer Zeitung vom 25.09.2014

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